Buchtipp: Die KonMari-Methode von Marie Kondo

Dieses Buch ist für alle, die Marie Kondos Manga in kurzer Zeit kennenlernen wollen, wie gemacht! Es ist in comicform erschienen (Deutsche Erstausgabe; März 2019) und liest sich demnach schneller als ihr Aufräum-Ratgeber „Magic Cleaning“. Protagonistin ist eine junge Frau aus Tokio namens Chiaki, die mit der Unordnung in ihrer Wohnung und in ihrem Leben nicht mehr zurande kommt. Die Aufräumexpertin Marie Kondo hilft Chiaki gekonnt aus ihrem Chaos heraus, indem sie ihr schrittweise ihre KonMari-Methode näherbringt – nach dem Motto: „Jeder kann lernen aufzuräumen!“

Erst braucht Chiaki eine Idee von ihrem neuen Lebensstil, den sie pflegen möchte. Chiaki wünscht sich eigentlich nur, eines Tages wieder in ihrer Küche selbst zu kochen und ab und zu Freunde zum Tee nach Hause einzuladen. Sie möchte die Esskultur in ihren vier Wänden wieder pflegen (und nicht immer unterwegs irgendetwas besorgen, das sie dann schnell vertilgt) und ihr Zuhause zu einem Ort des Wohlfühlens machen. Sie hat sich also ihren idealen Lebensstil ausgemalt und weiß nun, warum sie ausmisten will.

Dabei soll Chiaki sich nicht darauf konzentrieren, was sie ausrangieren möchte, sondern vielmehr darauf, ob die Dinge, die sie umgeben, ein Glücksgefühl in ihr auslösen. Ganz wichtig im Aufräum-Procedere ist das Aufräumen nach Kategorien und nicht nach Aufbewahrungsort (Kleidung, Bücher, Papier, Kleinkram und Erinnerungsstücke). Wenn sich also beispielsweise Kleidungsstücke in einem Kasten, in einer Kommode, im Keller und an weiteren Orten befinden, soll Chiaki sie alle zusammensuchen und auf einen Haufen legen. „Nimm jedes einzelne Stück in die Hand und fühle, ob es dir Freude bereitet“, so sagt Marie Kondo. Nach dem Sortieren sollen die Dinge an einen festen Platz geräumt und wenn möglich vertikal aufbewahrt werden.

Für alle, die sich unter der vertikalen Aufbewahrung nicht so viel vorstellen können, ist dieses Comic ideal. Auf den Seiten 84 bis 91 ist Marie Kondos Faltmethode bestens beschrieben beziehungsweise aufgezeichnet! Der Kleiderkasten soll idealerweise so eingeräumt werden, dass eine nach rechts oben ansteigende Linie entsteht. Auch das ist skizziert – auf Seite 93: Links die lange, schwere und dunkle Kleidung (Mäntel), gefolgt von Kleidern, Blazern, Hosen, Röcken, Hemden und Blusen. Die KonMari-Methode besagt, dass sich unsere Gefühle auf unsere Kleidung übertragen und so auch die positive Energie, die wir verspüren, wenn unsere Kleidung im Kasten eine nach rechts aufsteigende Linie bildet. Ich habe das in meinem Kleiderkasten umgesetzt und kann diese Methode nur weiterempfehlen!

Bei Chiaki hat sich viel Papierkram angesammelt: alte Rechnungen, Gutscheine, Kursunterlagen, Bedienungsanleitungen, Gehaltsabrechnungen, Briefe und vieles mehr. Marie Kondo empfiehlt die Aufbewahrung in nur drei Ordnern oder Kisten mit den Schlagwörtern Unerledigtes, Verträge und Sonstiges. Im Idealfall ist der Ordner mit dem Schlagwort Unerledigtes leer. Falls nicht ist es wichtig, sich ein Zeitfenster für diese Dinge freizuhalten, um den Ordner möglichst rasch leer zu bekommen. Bei den anderen beiden Kategorien geht es darum, wie oft die Unterlagen genützt werden. Verträge (Mietvertrag, Versicherungsunterlagen, Garantien, Urkunden) müssen wir gut aufbewahren aber nur selten hervorholen. Die Kategorie Sonstiges enthält alle Papiere, die wir häufiger in die Hand nehmen. Kondo empfiehlt eine Fächermappe für deren Aufbewahrung, um schnellen Zugriff auf die Unterlagen zu gewährleisten. Chiaki entsorgt ihre Kreditkarten- und Gehaltsabrechnungen, ihre Kursunterlagen und Bedienungsanleitungen, nachdem Kondo sie fragt, ob sie all diese Unterlagen je wieder anschaut. Ich muss gestehen, ich bin da noch nicht so weit wie Chiaki, arbeite aber noch daran…

Nach dem Aufräumen in den eigenen vier Wänden und den erlernten Routinen, setzt Chiaki diese automatisch an ihrem Arbeitsplatz ein. Und siehe da, sie kommt viel besser voran, ist entspannter, hat Zeit ihre Kollegen zu unterstützen und bekommt Komplimente von ihrem Vorgesetzten. Und es bleibt ihr auch Zeit, abends im Supermarkt ein paar gute Sachen für den Abend zu besorgen und es sich daheim so richtig gemütlich zu machen…

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